Nächster Kurs für Führerscheinbewerber in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen
Sa., 9. Juni 2012
Beginn: 14 Uhr
Gebühr: 25,- EUR
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Am Sonntag, 13. März 2011, konnten in Ochtrup 308 neue potentielle Spender für die DKMS typisiert werden.
Die Malteser danken allen, die sich haben typisieren lassen und allen, die diese Aktion unterstützt haben!
Die Malteser verstärken den Einsatz gegen Leukämie. Im Rahmen der Ochtruper Gesundheitsmesse "Ochtrup macht fit" am Sonntag, 13. März 2011 bieten die Malteser die Möglichkeit, sich im Knochenmarkspenderegister eintragen zu lassen. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr wird im Saal des Gasthauses Schwartbbeck ein Team der Malteser und der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) eine kleine Blutprobe allen Hilfsbereiten abnehmen, mit der die Typisierung vorgenommen wird.
"Alle Menschen zwischen 17 und 55 Jahren können sich so registrieren lassen und evtl. zum Beispiel mit ihrer späteren Stammzellenspende einem an Leukämie erkrankten Kind das Leben retten". "Diese spätere Spende ist durch den medizinischen Fortschritt nicht mehr mit Risiken oder einer Operation verbunden, sondern läuft wie eine Bluttransfusion ab. Nie war es einfacher, Lebensretter zu werden. Helfen Sie mit!"
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Ochtrup - Der Ochtruper Ralph Scheitz hat wahrscheinlich einem 55-jährigen Leukämie-Kranken in den USA das Leben verlängert. Wer genau dieser Amerikaner ist, weiß der 36-jährige Ochtruper nicht: „Ich könnte Näheres über diesen Mann erfahren, aber als Spender wollte ich nicht nachfragen. Das ist irgendwie überheblich.“
Scheitz hat Stammzellen gespendet. Vorausgegangen ist eine sogenannte Typisierung, um dem Mann in Übersee helfen zu können. Der Malteser Hilfsdienst bräuchte mehr dieser Menschen wie den Ochtruper, der Berufskraftfahrer ist. Deshalb starten die Malteser eine Typisierungsaktion am 13. März (Sonntag) bei „Ochtrup macht fit“.
„Viele Menschen haben immer noch falsche Vorstellungen von dieser Typisierung“, sagt Wolfgang Krüper, Kreisbeauftragter der Malteser. Der stellvertretende Ochtruper Malteser-Stadtbeauftragte, Thomas Beuvink, pflichtet Krüper bei: „Der medizinische Fortschritt ist unübersehbar. Heute reichen fünf Millimeter Blut aus, um in die Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) eingetragen zu werden." Das Prozedere ist dennoch kompliziert, bis ein Spender wie der Ochtruper Ralph Scheitz einem an Leukämie Erkrankten helfen kann.
Anlass war für Scheitz damals ein Spendenaufruf im Fernsehen: „Der hat mich bewegt, und ich habe mir gesagt, ich mache das und habe danach meinen Hausarzt gefragt, wie das genau geht.“ Als erstes habe er eine Einverständniserklärung der DKMS ausgefüllt. Danach wurde der Blutentnahme-Termin festgelegt. „Ein Jahr später bekam ich Bescheid, dass ein Erkrankter passen würde“, erzählt Scheitz weiter. Dann sei eine genauere Typisierung vorgenommen worden. „Doch ich konnte demjenigen aufgrund meiner Untersuchungsergebnisse nicht helfen.“
Erst zwei Jahre später sei ein weiteres Schreiben von der DKMS gekommen, dass seine genetischen Werte mit einem Erkrankten übereinstimmen könnten. Die DKMS habe mit ihm die Termine durchgesprochen und alles in die Wege geleitet. Scheitz fuhr schließlich ins Kreiskrankenhaus nach Hameln, das sich auf Knochenmarkspenden spezialisiert hat. Dort wurden weitere Gespräche geführt und Untersuchungen gemacht, erzählt der Ochtruper: „Mir wurde immer alles genau von den Ärzten dort erklärt.“ Die Entscheidung fiel, die Stammzellenspende über eine Art Blutwäsche zu machen. Von einer Knochenmarkentnahme aus der Hüfte sei ihm abgeraten worden, aufgrund seines Bandscheibenvorfalls und einer Wirbelsäulendrehung während der OP.
Beim ersten Zuhören klingt der Eingriff für den Spender hoch belastend. Doch Ralph Scheitz erzählt vom Gegenteil: „Die ganze Sache verlief bei mir ambulant, ich konnte während der zwei Tage in Hameln im Hotel übernachten, und Kosten sind mir keine entstanden.“
Wolfgang Krüper ist in dem Zusammenhang wichtig, ein weit verbreitetes Vorurteil zu entkräften, es werde etwas aus dem Rückenmark entnommen. „Das ist eine Katastrophe für Typisierungsaktionen, wie wir sie für Ochtrup vorhaben, wenn der Begriff Rückenmark fällt. Die Menschen haben ein völlig falsches Bild.“ Krüper weiter: „Es wird ein Stück aus der Hüfte herausgestanzt, aber niemals aus dem Rückenmark. In der Regel genügt eine Stammzellspende, und die geschieht ambulant wie bei dem Ochtruper.
Ralph Scheitz will, wenn er es zeitlich einrichten kann, bei der Typisierungsaktion der Malteser im Rahmen von „Ochtrup macht fit“ dabei sein. „Ich bin kein Mitglied der Malteser, aber ich möchte potenzielle Spender aufklären und ihnen Vorurteile und Ängste nehmen, die aus meiner Erfahrung unbegründet sind.“
Scheitz hat es wahrlich hautnah erlebt: Von der ersten Typisierung bis hin zu einer anonymisierten Mitteilung der DKMS, wem er letztlich mit seiner Stammzellenspende geholfen hat. „Es ist ein tolles Gefühl, Menschenleben retten zu können“, lautet sein Fazit.
VON JÜRGEN BONSIEPEN, MÜNSTER